
nothingnew im September 2006
Vorweg: Keine Angst, dies ist - auch wenn der Titel und eventuell auch der folgende Inhalt anderes suggerieren mag - keine Berichterstattung zum Papstbesuch. Wer jedoch päpstliche Erbauung sucht, sei beispielsweise hierhin verwiesen.
Fünf Jahr nach dem Einsturz des WTC ist immer noch erstaunlich, wie wenig wir zu den Vorfällen wissen. Oder glauben zu wissen. Vieles spricht dafür, dass Osama bin Laden für den Anschlag verantwortlich war; Im Weißen Haus deutete man an, dass auch Saddam Hussein verantwortlich war. Oder auch nicht. Ähnliches wiederholte sich im anschließenden Irak-Krieg. Der Besitz von Massenvernichtungswaffen war eine der wichtigsten Rechtfertigungen für den Krieg. Man fand jedoch nichts.
Diese Informationspolitik, die Vermutungen zu Fakten machte, oft vage blieb und sich häufig selbst widersprach lies natürlich die Glaubwürdigkeit der US-Regierung leiden und schuf damit einen fruchtbaren Nährboden für alternative Meinungen bezüglich der Geschehnisse des 9. November 2001. Diese erfahren naturgemäß Zustimmung und Ablehnung.
Was heißt das für mich? Ich glaube zu wissen, dass die Twin Towers nicht mehr existieren. Und dann wird es schon dünn. Welchen Informationen kann ich noch Glauben schenken? Die US-Regierung hat durch widersprüchliche Aussagen, durch vage und suggestive Rhetorik an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Und die aktuelle ganz offensichtlich machtpolitisch motivierte Rhetorik ist auch nicht sonderlich vertrauenserweckend.
Viele der prominenten Verschwörungstheoretiker kommunizieren jedoch ähnlich plakativ und sind obendrein noch laut und dick und peinlich. Wahrscheinlich sind sie aber aus diesem Grund prominent. Eine zurückhaltendere Verhaltensweise führt leicht zur Nichtbeachtung.
Ich sitze nun vor den diversen Theorien und Meinungen. Diese zu überprüfen wäre wahrscheinlich eine Lebensaufgabe (soweit ein Leben dafür überhaupt reicht). Darüber hinaus ist nicht einmal sicher, ob die verfügbaren Fakten überhaupt ausreichen, jemals die Wahrheit zu erfahren. Selbst wenn ich alle verfügbaren Fakten auswerten würde, werde ich wahrscheinlich nur glauben können, nicht wissen. Soll ich einfach aus dem Bauchgefühl heraus eine mehr oder weniger glaubwürdige Meinung herauspicken, diese glauben und vertreten, jedoch auch für andere Meinungen offen sein? Für einen ordentlichen Diskurs bzw. Meinungsbildungsprozess ist das ja essentiell.
Leider kapituliert selbst mein Bauch vor der Menge der Möglichkeiten. Somit ziehe ich mich erstmal auf den Standpunkt zurück, nichts zu glauben. Ich beschränke mich erstmal nur auf das Staunen.
Zur Zeit geistern wieder diverse Cross-Site-Skripting-Lücken durch die Gegend. Dazu zwei drei vier Gedanken:
- Es dürften Unmengen von Websites “da draußen” sein, die von vergleichbaren Lücken betroffen sind.
- Es sollte nicht wirklich schwer sein, einen Bot zu realisieren, der automatisch nach Websites mit solchen Lücken sucht.
- Zum Glück kann diese spezielle Lücken-Art, die auf dem Client ausgeführt wird, in den meisten Fällen nur Belustigung und keinen Schaden verursachen. Ausnahmen sind dabei Sites die mit “abphishbaren” Daten arbeiten.
- In den meisten Fällen sollten solche Lücken selbst per statischer Codeanalyse aufspürbar sein. Gibts sowas schon? Das wär doch mal ne Idee!




