nothingnew im Dezember 2006

Es ist schon erstaunlich, was die Menschheit so alles hervorgebracht hat: Automobile, Computer, Kühlschränke, Spülmittel mit Hautpflegezusatz, Thermoskannen, Blog-Software.

Solch hochkomplexe Errungenschaften kann jedoch ein einzelner Mensch kaum erbringen. Erst Konzepte wie Arbeitsteilung und Spezialisierung ermöglichen dies. Die durch die Arbeitsteilung entstehenden Strukturen können dabei - entsprechend der Komplexität des Produkts - auch recht komplex ausfallen: An der Produktion eines Kleinwagens sind - indirekt - Altmetallhändler, Stahlwerke, Hersteller von Ölbohrplattformen,
Erdöl-Förderfirmen, Kunststoffhersteller, Hersteller mikroelektronischer “Embedded Systems”, Bremsenhersteller, Sitzbezughersteller, Sicherheitsglashersteller, Raumdufthersteller, und noch viele weitere Hersteller beteiligt.

Dabei interessiert es den Hersteller der Fensterdichtungen recht wenig, wie die Bohrinsel konstruiert ist, von der der Grundstoff der Dichtungen stammt. Nicht etwa aus Ignoranz, sondern aus rein praktischen Gründen; der “Upstream” seiner Arbeitsmittel - also alle Hersteller, die etwas produzieren, was er benutzt - basiert bereits auf einer Menge Know-How, die von dem Dichtungshersteller kaum überblickt werden könte.

Der Dichtungshersteller verlässt sich darauf, dass die Grundlagen für seine Arbeit von anderen geschaffen werden. Wie das genau geschieht, ist für ihn nicht wichtig.

Dies ist nichts anderes als Abstraktion in gesellschaftliche und organsatorische Formen gegossen.

Der Gummihersteller abstrahiert von den Details der Herstellung seiner Arbeitsmittel; er blendet die Details aus, benutzt die Arbeitsmittel - mehr oder weniger - als Black-Box.

Mit der komplexen Struktur der Arbeitsteilung entstehen somit auch viele Abstraktionsebenen, in denen immer wieder Details ausgeblendet werden, um den zentralen Charakter eines Produkts in den Focus zu rücken.

Eine der höchsten Abstraktionsstufen in diesem Prozess hat schließlich der Fahrer des Fahrzeugs inne. Er muss sich um viele Details nicht kümmern, lediglich die Funktion von Gas, Kupplung, Bremse und Lenkung sollten ihm einigermaßen vertraut sein. (In manchen sozialen Umgebungen gibt es noch weitere Anforderungen unter Namen wie “Straßenverkehrsordnung” o.ä.) Aber es gibt ja noch Automatikschaltungen oder Taxi-Fahrer, die noch mehr Abstraktion möglich machen.

Dieser Prolog soll eines deutlich machen: Abstraktion ist eine unabdingbare Basis für eine technisch fortgeschrittene Zivilisation.

Gleichzeitig prägt die Abstraktion die von ihr abhängige Zivilsation in vielfältigen Weisen.

Demnächst folgen an dieser Stelle einige Beispiele für gesellschaftliche Phänomene, die vielleicht ihren Ursprung im Aufeinandertreffen von Mensch und zivilisatorisch bedingter Abstraktion haben.

Für alle, die schonmal grübeln wollen, was das sein könnte, ein paar Teaser: Individualverkehr versus öffentlicher Verkehr (für die Hormonassoziativen unter uns: Verkehr im Sinne von Traffic), politischer Gestaltungsspielraum, Rudelbildung in neuen sozialen Netzwerken.

Diese kleine und beschauliche Artikelreihe nimmt sich zum Ziel, einige Ratschläge und Tipps zu sammeln, mit denen man etwaige Besucher einer Website schnellstmöglich zu Nicht-Besuchern der jeweiligen Website macht.

Hier nun, am Beispiel der Website dwdl.de, der erste Teil dieser unregelmäßig erscheinenden Reihe:

DHTML-Popups sind ja schon nervig genug. Aber DHTML-Popups ohne Close-Button sind mal echt die Höhe. Vor allem, wenn auch noch sämtliche denkbaren Benutzerinteraktionen nicht zum Schließen des Popups führen, sondern nur eine Popup-Block-Meldung triggern. Soll ich jetzt Popups für die Website erlauben, um Popups schließen zu können?!

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Tapfer wehrt sich die Holzritterburg gegen Schließversuche