nothingnew

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… wo man schon lange vergessen geglaubte Seminararbeiten nochmal wiederfindet. Okay, die Quellenlage ist in diesem Bereich zugegebenerweise sehr dünn.

Ich bin immer wieder erstaunt, dass man trotz des aktuellen Hype-Status von Blogs noch keine Lösungen für einige kleine Probleme gefunden hat. Zum Beispiel: Die furchtbare uneinheitliche Terminologie bei der Navigation auf der Artikel-Zeitachse.

Hier existieren diverse inkonsistente Lösungen, welche - zumindest bei mir - immer wieder zu Verwirrung führen, welchen Link ich denn nun anklicken muss, um im Blog zeitlich zurückzublättern.

Das WordPress-Default-Theme “Kubrick” nennt den Link in Richtung Vergangenheit “Previous Entries” und lässt ihn nach links zeigen. Der Link Richtung Zukunft heißt “Next Entries” und zeigt nach rechts. Ebenso verhält es sich auf diesem Blog (weil das Theme zumindest auf der Code-Ebene vom Kubrick-Theme “stark inspiert” ist) [Update: Neues Theme, neues Glück. Jetzt koche ich auch mein eigenes Süppchen ;]

Aber schon im offiziellen WordPress-Blog ist es genau umgekehrt: Der Vergangenheits-Link heißt “Next Page” und zeigt nach rechts. Ebenso verhält es sich bei Serendipity. Bei Livejournal, durchaus eins der Urgesteine der Weblogging-Szene, ist es wieder wie bei Kubrick: Die Vergangenheit liegt links und heißt “Vorige” bzw. “Previous“.

Beim Google-Angebot blogger.com finden sich hingegen keinerlei Navigationslinks, mit denen man die Zeitachse entlang navigieren kann. Genauso wie bei blogg.de.

Wir sehen in diesen Beispielen: “Previous” ist immer links und “Next” ist immer rechts. Ob man dadurch aber nun in der Zeit vorwärts oder rückwärts navigiert, kann man - ohne weitere Kontextinformation - nicht entscheiden.

Ich persönlich finde die Variante “Linke Seite” = “Previous” = “Vergangenheit” am intuitivsten. Eventuell, weil in Koordinatensystemen die linke Seite der Zeitachse in der Regel in Richtung Vergangenheit zeigt.

Auf jeden Fall scheint ein Design-Pattern und damit eine Konvention für die zeitliche Navigation in Blogs angebracht. Gibt es vielleicht schon sowas? Eine flüchtige Google-Suche spuckt nichts dergleichen aus.

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In zwei Tagen geht die deutsche Version von Comedy Central on air. Obwohl der Sender aus den USA stammt, einen englischen Namen besitzt und auch durchaus Sendeplätze existieren, bei denen man keine sonderlich hohe Popularität erwartet, wagt man es nicht, eine rein englische Version des eigentlichen Aushängeschildes Daily Show ins Programm zu nehmen. Programmchef Markus Andorfer zu DWDL:

Als tagesaktuelles Programm muss ich es möglichst zeitnah auf den Schirm bringen und vorher entweder synchronisieren oder untertiteln. Das ist unser Hauptproblem, aber wir arbeiten an einer Lösung in [sic] die Sendung dann auch zeitnah ausstrahlen zu können. Etwas anderes macht bei der “Daily Show” keinen Sinn.

Weil diese Lösung noch nicht existiert, verzichtet man lieber vollständig auf die Ausstrahlung. Wobei eine Synchronisation wohl einer eine Drohung als eine Lösung ist. Wäre es nicht den Versuch wert, die englische Fassung einfach zu übernehmen und abzuwarten, wie sich die Sendung entwickelt? Muss ja kein Programmplatz zur Hauptsendezeit sein.

Das waren noch Zeiten, als ein Sender namens NBC Europe noch täglich seine Latenight-Shows ohne jede Eindeutschung in Deutschland sendete. Sowas traut dem dem deutschen Fernsehpublikum aber offenbar nicht mehr zu.

P.S.: Nachdem die letzten vier Postings mindestens ein englisches Wort im Titel trugen, nun endlich mal wieder ein rein deutscher Titel! Yay! Pardon, äh, Verzeihung, Juhu!

Update: The Daily Show ist nun als Flash-Video auf der Comedy-Central-Website zu finden.

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Die Kanzlerin hat angefangen, die FDP macht’s jetzt auch: Mit TV-Liberal bieten die Liberalen einen Videopodcast, bzw. ein Videoblog, bzw. ein Videobuzzauchimmer.

Und in der ersten Ausgabe beweist man direkt, dass man den Zuschauer mit Hilfe einer abenteuerlichen und scheinbar modernen Bildführung drei Minuten lang über die Bilder staunen lassen kann, ohne dass der Betrachter nur ein in dem Video gesprochenes Wort behält.

Screenshot von TV-Liberal

Guido-Pana-Double-Vision.

Man beachte auch die zum tristen Wetter farblich perfekt passende Krawatte.

(Achtung, Satire: Genaugenommen ist das ja auch die einzige Art und Weise, in der man die gegenwärtige Poilitk aushalten kann. Also, liebe Politik, bitte mehr davon: Wie wäre es mit einem Angela-Kaleidoskop, einer Claudia-Installation, einem Münte-Erlebnispark, …?)

Es ist schon erstaunlich, was die Menschheit so alles hervorgebracht hat: Automobile, Computer, Kühlschränke, Spülmittel mit Hautpflegezusatz, Thermoskannen, Blog-Software.

Solch hochkomplexe Errungenschaften kann jedoch ein einzelner Mensch kaum erbringen. Erst Konzepte wie Arbeitsteilung und Spezialisierung ermöglichen dies. Die durch die Arbeitsteilung entstehenden Strukturen können dabei - entsprechend der Komplexität des Produkts - auch recht komplex ausfallen: An der Produktion eines Kleinwagens sind - indirekt - Altmetallhändler, Stahlwerke, Hersteller von Ölbohrplattformen,
Erdöl-Förderfirmen, Kunststoffhersteller, Hersteller mikroelektronischer “Embedded Systems”, Bremsenhersteller, Sitzbezughersteller, Sicherheitsglashersteller, Raumdufthersteller, und noch viele weitere Hersteller beteiligt.

Dabei interessiert es den Hersteller der Fensterdichtungen recht wenig, wie die Bohrinsel konstruiert ist, von der der Grundstoff der Dichtungen stammt. Nicht etwa aus Ignoranz, sondern aus rein praktischen Gründen; der “Upstream” seiner Arbeitsmittel - also alle Hersteller, die etwas produzieren, was er benutzt - basiert bereits auf einer Menge Know-How, die von dem Dichtungshersteller kaum überblickt werden könte.

Der Dichtungshersteller verlässt sich darauf, dass die Grundlagen für seine Arbeit von anderen geschaffen werden. Wie das genau geschieht, ist für ihn nicht wichtig.

Dies ist nichts anderes als Abstraktion in gesellschaftliche und organsatorische Formen gegossen.

Der Gummihersteller abstrahiert von den Details der Herstellung seiner Arbeitsmittel; er blendet die Details aus, benutzt die Arbeitsmittel - mehr oder weniger - als Black-Box.

Mit der komplexen Struktur der Arbeitsteilung entstehen somit auch viele Abstraktionsebenen, in denen immer wieder Details ausgeblendet werden, um den zentralen Charakter eines Produkts in den Focus zu rücken.

Eine der höchsten Abstraktionsstufen in diesem Prozess hat schließlich der Fahrer des Fahrzeugs inne. Er muss sich um viele Details nicht kümmern, lediglich die Funktion von Gas, Kupplung, Bremse und Lenkung sollten ihm einigermaßen vertraut sein. (In manchen sozialen Umgebungen gibt es noch weitere Anforderungen unter Namen wie “Straßenverkehrsordnung” o.ä.) Aber es gibt ja noch Automatikschaltungen oder Taxi-Fahrer, die noch mehr Abstraktion möglich machen.

Dieser Prolog soll eines deutlich machen: Abstraktion ist eine unabdingbare Basis für eine technisch fortgeschrittene Zivilisation.

Gleichzeitig prägt die Abstraktion die von ihr abhängige Zivilsation in vielfältigen Weisen.

Demnächst folgen an dieser Stelle einige Beispiele für gesellschaftliche Phänomene, die vielleicht ihren Ursprung im Aufeinandertreffen von Mensch und zivilisatorisch bedingter Abstraktion haben.

Für alle, die schonmal grübeln wollen, was das sein könnte, ein paar Teaser: Individualverkehr versus öffentlicher Verkehr (für die Hormonassoziativen unter uns: Verkehr im Sinne von Traffic), politischer Gestaltungsspielraum, Rudelbildung in neuen sozialen Netzwerken.

Diese kleine und beschauliche Artikelreihe nimmt sich zum Ziel, einige Ratschläge und Tipps zu sammeln, mit denen man etwaige Besucher einer Website schnellstmöglich zu Nicht-Besuchern der jeweiligen Website macht.

Hier nun, am Beispiel der Website dwdl.de, der erste Teil dieser unregelmäßig erscheinenden Reihe:

DHTML-Popups sind ja schon nervig genug. Aber DHTML-Popups ohne Close-Button sind mal echt die Höhe. Vor allem, wenn auch noch sämtliche denkbaren Benutzerinteraktionen nicht zum Schließen des Popups führen, sondern nur eine Popup-Block-Meldung triggern. Soll ich jetzt Popups für die Website erlauben, um Popups schließen zu können?!

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Tapfer wehrt sich die Holzritterburg gegen Schließversuche